Bratwurst

Hygienemaßnahmen im Rahmen der Beköstigung bei Hofveranstaltungen

Wer Besucher beköstigt, sollte eine Reihe von Vorsichtsmaßnahmen berücksichtigen. Anderenfalls bewegt man sich im Schadensfall, wie zum Beispiel bei einer Salmonellenvergiftung nach Genuss eines Kartoffelsalats, auf sehr dünnem Eis. Die verschiedenen Landkreise kontrollieren unterschiedlich, vieles ist Ermessenssache. Deswegen lohnt vorab ein Anruf beim Veterinäramt. Besonders dann, wenn eine Großveranstaltung auf dem Hof stattfindet und neben ehrenamtlichen auch gewerbliche Anbieter dabei sind.

Veterinäramt
Es erteilt detaillierte Informationen zur Lebensmittelhygieneverordnung, ist also erste Anlaufadresse.

Lebensmittelhygieneverordnung (LMHV)
Jeder, der im Rahmen einer Veranstaltung Speisen oder Kostproben herstellt und anbietet, hat sich daran zu halten.

Sorgfaltspflicht
Wer Lebensmittel herstellt und/oder in Verkehr bringt, haftet für die ordnungsgemäße Beschaffenheit der Produkte.

Personal
Es muss gesund sein und saubere Kleidung tragen, Wunden müssen abgedeckt, lange Haare zusammengebunden werden.

Belehrung
Personal benötigt eine Bescheinigung über die Belehrung gemäß dem Infektionsschutzgesetz.

„Gute Hygiene Praxis“
Halten Sie sich daran. Der Tipp: Eigenkontrolle der angebotenen Lebensmittel (Qualität, Temperatur, Lagerung, Reinigungsmaßnahmen) – Dokumentation durch Checklisten.

Anforderungen an einen Verkaufsstand
Fester Fußboden, geschlossene Seiten, Überdachung, Abgrenzung zwischen Bedienungs- und Kundenbereich, abwaschbare Arbeitsfläche, Nies- und Spuckschutz für unverpackte Lebensmittel, Handwaschmöglichkeit, getrennte Spülvorrichtung, Abfallbehälter mit Deckel, Kühlmöglichkeit, Preisschilder usw.

Kritische Speisen
Die Abgabe von Hackfleisch, Mett, Tartar oder Geschnetzeltem ist generell untersagt; ebenso nicht gestattet: leicht verderbliche Speisen und Kuchen mit rohen Eiern oder nicht erhitzter Kuhmilch und Vorzugsmilch.

Produkt- und Prozesshygiene
Denken Sie daran, Geflügel und andere Speisen vor dem Zubereiten vollständig auftauen zu lassen, Speisen ausreichend zu erhitzen (Kerntemperatur 70 Grad), rohe Lebensmittel von Gegartem zu trennen, leicht verderbliche Lebensmittel immer gekühlt bei maximal 7 Grad Celsius aufzubewahren und dies zu dokumentieren.

Kennzeichnungspflichtige Zutaten (u. a. Zusatzstoffe)
Sie müssen ebenso wie die Preise der Speisen deutlich sichtbar angegeben werden.

Ausschank
Nur in geeichte Gläser – denken Sie an eine Schankgenehmigung!

Frische
Es dürfen nur am gleichen Tag zubereitete Speisen ausgegeben werden.

Private Küchen
Sie dürfen nur in Ausnahmefällen (z. B. viermal jährlich) als Räume zum gewerbsmäßigen Herstellen und Behandeln von Lebensmitteln herangezogen werden. Die Räume müssen der Lebensmittelhygieneverordnung entsprechen.