Landwirtschaftliche Früherziehung

Imke Strüven bewirtschaftet mit ihrem Mann Heiko einen Milchviehbetrieb in Obersten-Wehr in Schleswig-Holstein. Seit über sieben Jahren ist sie Erlebnisbäuerin und fasziniert ihre Mitmenschen von der Vielfalt ihrer Landwirtschaft. Mit einem feinen Sinn für Trends widmet die zweifache Mutter hingebungsvoll neuen Projekten und Herausforderungen. So kam es dazu, dass Imke neuerdings Krabbelgruppen auf ihrem Hof anbietet.

2017-08-14

Imke, was hat dich motiviert Erlebnisbäuerin zu werden?

Motiviert haben mich meine eigenen Kinder (Finn, 19 und Oke, 17). Kindergeburtstage wurden immer bei uns auf dem Hof gefeiert. Damals war es noch nicht so, dass man oft "außer Haus" feierte. Es nahm aber zu. Vor 7 Jahren kam uns dann die Idee, damit ein zusätzliches Standbein zu schaffen und wir sind wir dann ganz klein angefangen und haben ausprobiert. Das Angebot wurde angenommen und ich wurde mehr und mehr "Erlebnisbäuerin".
 

 

Kann man „Erlebnisbäuerin“ eigentlich lernen?

Aber ja. Ich habe die Ausbildung zu Bauernhofpädagogin 2015 bei Christine Hamester-Koch und Heiderose Schiller bei der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein gemacht. Es war ganz toll. Der Kurs geht über ein Jahr, insgesamt zehn Tage und ist sehr praxisorientiert. Ich habe ganz viel mitgenommen. Und eine Portion Selbstbewusstsein gab es als Sahnehäubchen noch obendrauf. Durch den Lehrgang ging es bei uns auf dem Hof dann erst richtig los. Christine hat mir gezeigt, wo meine Stärken liegen, und was zu mir und unserem Betrieb passt.
 

Neben Kindergeburtstagen, Märchenlesungen im Stall und Jahreskursen bietest du neuerdings auch Krabbelgruppen auf dem Hof an. Das klingt im ersten Moment schon exotisch. Wie ist die Resonanz?

2016 habe ich mich das erste Mal an eine Krabbelgruppe gewagt. Die Anmeldungen zum Kurs waren durchwachsen. Wir starteten mit acht Muttis, Omas und Opas und natürlich den Kindern. 2017 boomte es dann mit einem Mal. Die Nachfrage nach der Bauernhofkrabbelgruppe war so immens, dass ich vier Kurse vollmachen hätte können. Geworden sind es dann schlussendlich zwei Kurse. Der Kurs dauert 2,5 Std. inklusive Frühstück, damit der Tag entspannt anfängt und die Muttis nicht gleich gestresst aus dem Haus müssen.

 

 

Was macht den Kindern am meisten Spaß?

Ganz klar die Tiere. Sie dürfen alle besuchen und füttern. Jeder hat einen Eimer und eine Schaufel. Die Sandkiste und die Matschküche finden allerdings auch großen Anklang.

 

 

Wie viele Gäste begrüßt du jährlich auf deinem Hof?

 

2016 haben wir 2000 Besucher auf unserem Betrieb gehabt, Tendenz steigend.

 

 

Wofür brennst du? Was motiviert dich weiter zu machen?

 

Dankbare, funkelnde Kinderaugen! Klar, gehe ich auch mal auf dem Zahnfleisch: Silo fahren, Stallarbeit, Essen machen und jeden Nachmittag 20 Kinder, aber es gibt einem auch ganz viel zurück. Und mein Mann und meine Jungs unterstützen mich. Das gibt ganz viel Kraft. Wir sind ein tolles Team.

 

 

Wo lässt du dich inspirieren?

Zu aller erst bei meiner Zielgruppe: den Kindern. Sie geben mir ein direktes Feedback. Neuerdings spielen sie gerne Tierarzt, also mache ich da was draus. Kittel, Stethoskop, Koffer – alles besorgt. Ansonsten informiere ich mich im Netz und ich schaue – ganz analog - auf Märkten, was an Kinderprogramm angeboten wird.

 

Hier geht es zur Hof-Homepage von Familie Strüven.