Das Agrar- und Ernährungsforum Oldenburger Münsterland (AEF) versteht sich als Interessenvertretung und Sprachrohr beider Branchen. © AEF

Wir gehen bei der Suche nach Lösungen vorneweg!

Mit seinem Vorsitzenden Uwe Bartels, Niedersächsischer Landwirtschaftsminister a. D., sorgt die Organisation Agrar- und Ernährungsforum Oldenburger Münsterland (AEF) für ein unternehmerfreundliches Klima im nordwestlichen Niedersachsen.

Herr Bartels, wer ist im AEF organisiert und welche Ziele hat Ihre Organisation?

Im AEF sind rund 80 Unternehmen der Agrar- und Ernährungswirtschaft vertreten, die hier in der Region ansässig sind. Dazu gehören weltweit tätige Firmen wie Grimme oder Big Dutchman, aber auch regionale Veterinäre, Schlachtbetriebe, Banken, oder die Urproduktion mit Tierhaltung, Getreide-, Obst- und Gemüseanbau. Wir verstehen uns als Interessenvertretung und Sprachrohr der Branche. Dabei decken wir die gesamte Wertschöpfungskette ab. Diese Konstruktion ist einzigartig in Deutschland.

Welche Themen stehen bei Ihnen auf der Tagesordnung und an wen richten Sie sich?

Wir engagieren uns intensiv im Bereich der Tierhaltung: Tierwohl, Tiergesundheit sowie die Nährstoffüberschüsse in unserer viehstarken Region sind einige Stichworte. Außerdem fördern wir intelligentes Wachstum im Wirtschaftsraum durch Innovation und Wissenschaft. Die Hauptzielgruppen sind für uns vor allem die Entscheider in der Politik. Wir wollen politische Schnellschüsse und Regelungen verhindern, die die Betroffenen überraschen und überfordern würden. Stattdessen setzen wir auf Sachverstand und Lösungen, die unserer leistungsfähigen Agrar- und Ernährungswirtschaft eine Zukunft geben.

Wie gehen Sie in der Kommunikation vor?

Die Gesellschaft stellt Forderungen an uns. Statt sie zu ignorieren oder zu blockieren beschäftigen wir uns intern damit. Wir erarbeiten Vorlagen und zeigen darin Lösungswege auf. Diese diskutieren wir anschließend mit den unterschiedlichsten gesellschaftlichen Gruppen. Damit signalisieren wir unsere Bereitschaft zur Veränderung, sprechen aber auch ganz offen über die Konsequenzen von überzogenen Forderungen in offenen Märkten. Die Beteiligten werden oft nachdenklich. Wir spüren mittlerweile, dass sich die Stimmung hier in der Region ändert. Die Medien und die Kritiker sind weniger aggressiv, weil sie registrieren, dass sich hier etwas tut.

Mit welchen Maßnahmen starten Sie in das zweite Jahrzehnt der AEF?

Kürzlich haben wir einen neuen Forschungsverbund gestartet. Fünf Hochschulen arbeiten jetzt mit Akteuren aus der Wirtschaft sowie Vertretern von Tier- und Naturschutzverbänden zusammen, um gemeinsam eine zukunftsfähige Entwicklung der Agrar- und Ernährungswirtschaft zu unterstützen. Ein anderes großes Projekt ist eine Internetplattform, die das Ziel hat, den Antibiotikaeinsatz zu reduzieren. Hier wird das Know-how von Tierärzten, Beratern und Futterproduzenten gebündelt. Auch bei diesem Vorhaben ist unser Ansatz deutlich zu erkennen: Wir sind keine Blockierer, sondern gehen bei der Suche nach Lösungen vorneweg! Und zwar ohne die Beteiligten zu überfordern und immer auf der Grundlage von wissenschaftlich belegten Fakten.