Eine Foto zeigt Marlies Wobbe und ist Teil der Fotosuastellung  „Nahaufnahmen: Bäuerinnen heute".

Marlies Wobbe ist eine der vier Frauen, die im Mittelpunkt der Fotoausstellung „Nahaufnahmen: Bäuerinnen heute“ stehen. Foto Heimatverein Messingen

Vier Bäuerinnen im Kamerafokus

Es sind keine mit Photoshop retuschierten Hochglanzfotos, sondern Aufnahmen, die tief in den Alltag eintauchen. Das Leben von Frauen in der Landwirtschaft steht im Mittelpunkt einer vom Heimatverein Messingen und Ursula Kottebernds initiierten Fotoausstellung.

2016-11-30

Frau Kottebernds, welche Frauen sind in der Fotoausstellung „Nahaufnahmen: Bäuerinnen heute“ zu sehen?

Es haben vier Bäuerinnen im Alter von 22 bis 52 Jahren aus meinem Heimatort Messingen mitgewirkt. Auf ihre Bereitschaft, sich ablichten zu lassen, hatte ich gehofft. Denn die Zustimmung war die Grundvoraussetzungen für alles Weitere. Immerhin mussten sie ein Stück ihres Privatlebens preisgeben. Deshalb war es wichtig, dass die Frauen bei der Fotoauswahl eingebunden wurden und die begleitenden Texte prüfen konnten.

Welche Wirkung sollen die Fotos beim Betrachter erzielen?

Die Fotos erzählen aus dem Leben von Frauen in der Landwirtschaft. Dazu gehört die Arbeit im Haushalt, im Betriebsbüro oder im Stall, das Zusammenleben in der Familie, ihr ehrenamtliches Engagement in der Freizeit sowie ihre Hobbys. Sie stellen realistisch dar, welche Bedeutung die Landwirtschaft in unserer Region hat und wie sie unsere Zukunft mitgestaltet. Der Betrachter kann selbst seine Schlüsse daraus ziehen. Die Ausstellung will nämlich keinesfalls belehren und bekehren.

Wer hat Sie bei der Umsetzung der Ausstellung unterstützt?

Ich habe die Idee in unserem Heimatverein Messingen vorgestellt. Das zeitgemäße, frische Thema passte sehr gut in das Vereinsprogramm. Für die Erstellung der Fotos und Texte konnten wir Dr. Andreas Eiynck, Leiter des Emslandmuseums in Lingen, gewinnen. Er ist Völkerkundler und verfügt über umfangreiche Erfahrungen mit Ausstellungen. Unsere Fotoausstellung umfasst insgesamt 100 Fotos. Davon sind unter anderem 25 Motive 50 x 70 Zentimeter und vier Motive 100 x 200 Zentimeter groß. Die Kosten für Fotos, Rahmen und Stellwände hat unser Heimatverein, die Vereinigung des emsländischen Landvolkes sowie die Dr.-Bernard-Krone-Stiftung übernommen.

Wen sprechen Sie mit den Fotos an?

Vor allem kulturorientierte Personen sind an den Ausstellungsorten anzutreffen. Also Kreise, die wir mit Aktionen auf den Höfen weniger gezielt erreichen. Die Mitglieder unseres Heimatvereins informieren Bekannte aus Ihrem Umfeld und andere Heimatvereine über die Ausstellung. Natürlich hat auch die Presse über unser Vorhaben berichtet. Darauf sind viele Besuche zurückzuführen. Auch Schulklassen sind gut vertreten. Nach Möglichkeit ist ein Vereinsmitglied während der Öffnungszeiten als Ansprechpartner vor Ort. Wir konnten schon viele tolle Gespräche mit den Besuchern führen. Dass unsere Aktion so erfolgreich wird, haben wir vorher nicht gewusst und nicht geplant.

Wo ist die Fotoausstellung zu sehen?

Aktuell ist sie im Freilichtmuseum Mühlenhof bei Münster zu sehen. Im September 2016 geht sie zum Tag der Landwirtschaft nach Riesenbeck und anschließend zu einer Landfrauenveranstaltung nach Lengerich. Anfragen für 2017 liegen schon vor, die Termine stehen jedoch noch nicht fest. In Kürze wird die Webseite des Heimatvereins Messingen online gehen. Darauf geben wir Termine und Ausstellungsorte bekannt.

Die Ansprache zur Eröffnung der Ausstellung finden Sie im BlogAgrar