Tour de Flur Forum moderne Landwirtschaft

Tour de Flur – kopieren ausdrücklich erwünscht!

Rund 5.000 Teilnehmer radeln am 29. Mai 2016 im Speckgürtel von Hannover wieder von Hof zu Hof. Mit der Tour de Flur präsentiert das Landvolk Hannover reale Landwirtschaft. Holger Hennies, Vorsitzender des Kreisverbandes, und seine Frau Claudia Königsmann haben die Veranstaltung 2013 in der Region Hannover initiiert.

In diesem Jahr findet die Tour de Flur zum vierten Mal statt. Können Sie kurz Ihr Konzept erklären?

Claudia Königsmann: Die Tour de Flur ist eine Radtour, die fünf bis sieben Höfe mit unterschiedlichen Schwerpunkten miteinander verbindet. Start und Ziel können beliebig gewählt werden. Wir wollen besonders die städtische Bevölkerung auf die Höfe holen und einen realen Einblick in die vielfältige heimische Landwirtschaft geben. Für die Organisatoren steht die Information an erster Stelle. Verköstigung und Unterhaltung haben einen weniger großen Stellenwert. Wir rotieren mit der Veranstaltung, sodass sich jedes Jahr ein anderer Bereich unseres Kreisgebietes vorstellt.

Wie wird Ihr Angebot angenommen?

Holger Hennies: Im ersten Jahr hatten wir 1.500 Teilnehmer, mittlerweile sind wir bei 5.000. Die Leute, die mit dem Fahrrad unterwegs sind, kommen ganz entspannt auf die Höfe und sind sehr interessiert. Viele gehen in die Ställe und sind nachher positiv überrascht, wie wir unsere Tiere halten. Wir haben schon jede Menge gute Gespräche mit den Gästen führen können. Jeweils ein Drittel der Teilnehmer kommt aus Hannover beziehungsweise aus den Gemeinden an der Strecke, aus größerer Entfernung sowie aus der Landwirtschaft. Die Medien greifen das Ereignis positiv auf, nicht nur lokal, sondern in der gesamten Region.

Wie werben Sie für die Radtour?

Claudia Königsmann: Schwerpunktmäßig mit Flyern, Plakaten und Bannern, die wir flächendeckend in den umliegenden Gemeinden verteilen, zum Beispiel in Haus- und Gartenmärkten, über Direktvermarkter, in Kindergärten oder Schulen. Die Werbemittel finanzieren wir über Sponsoren. Kurz vor der Veranstaltung schalten wir Anzeigen in den lokalen Medien und bieten Vorab-Portraits der Betriebsleiterfamilien an. Der Kreisverband weist über seine Internetseite und die sozialen Medien auf die Radtour hin. Seit 2015 ist die Gartenregion Hannover unser Partner, die unsere Veranstaltung in ihr Programmheft aufgenommen hat. Damit wollen wir zusätzlich Menschen aus der Stadt aufs Land ziehen.

Welche Betriebe dienen als Anlaufstationen?

Holger Hennies: Ausgangspunkt für das Organisationsteam sind interessierte Betriebe, die sich beim Kreisverband melden. Wir versuchen dann, auf einem etwa 20 Kilometer langen, möglichst ebenen und verkehrsarmen Rundkurs weitere Betriebe mit unterschiedlichen Schwerpunkten zu finden, die stellvertretend für das breite Spektrum der Landwirtschaft stehen. Die Zahl von 5.000 Teilnehmern hört sich gewaltig an. Aber weil sie sich sehr gut auf die Strecke verteilen, sind auf einem Hof selten mehr als 350 gleichzeitig. Das Begleitprogramm hält sich in Grenzen und soll weder die teilnehmenden Betriebe überfordern noch zukünftige Mitveranstalter abschrecken. 

Die Idee hat in Niedersachsen bereits Kreise gezogen …

Claudia Königsmann: Ja, die Tour de Flur gibt es mittlerweile in mehreren niedersächsischen Kreisen. Wir freuen uns über jeden Nachahmer! Jede Tour de Flur trägt zum besseren Verständnis zwischen Stadt und Land bei. Ich selbst habe die Tour de Flur bei einer Unternehmerinnenschulung der Andreas Hermes-Akademie kennengelernt. Sie wird bereits seit vielen Jahren erfolgreich am Niederrhein veranstaltet. Einsteigern rate ich, klein anzufangen, zum Beispiel mit drei Betrieben auf einem zehn Kilometer langen Kurs und sich unsere Organisationscheckliste anzuschauen.

 

Links:

Landvolkkreisverband Hannover

Dort finden Sie unter anderem den Flyer zur Tour de Flur und die Adresse des Kreisverbands, wo eine Checkliste für Organisatoren angefordert werden kann.