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„Siegel sind für uns und unsere Kunden zweitrangig.“

Von heute auf morgen Direktvermarkter – Heinrich Kruse wollte zusammen mit seinen Partnern ganz bewusst an die Schnittstelle zwischen Landwirtschaft und Verbrauchern. Hier seine ersten Erfahrungen.

2017-02-22

Herr Kruse, Mitte 2016 haben Sie zusammen mit drei Partnern einen Hofladen eröffnet. Wieso mitten in Hannover und nicht auf dem Land?

Die Idee dazu ist ein Jahr vorher entstanden. Ingwer, Christoph und ich haben uns in einem Weiterbildungskurs kennengelernt und überlegt, wie wir in die Öffentlichkeitsarbeit an der Schnittstelle zwischen Landwirtschaft und Verbrauchern einsteigen können. Die Direktvermarktung unserer Produkte bietet dafür nach unserer Meinung eine ideale Plattform. Zusammen mit der Marketingexpertin Uta, die mittlerweile Geschäftsführerin unseres Ladens „Hoftalente“ ist, haben wir ein Konzept entwickelt und uns für Hannover entschieden. Dort gibt es viel mehr potenzielle Kunden als auf einem Dorf, Hannover liegt etwa in der Mitte zwischen unseren Höfen und der Wettbewerb mit den aus dem Boden sprießenden Bioläden ist nicht so stark wie zum Beispiel in Hamburg.

 

Wie verknüpfen Sie die Ziele Öffentlichkeitsarbeit und Geld verdienen miteinander?

Unser Slogan „Wissen, wo’s herkommt“ ist die Erklärung und zentral für unser Konzept. Wir setzen auf ein hohes Maß an Transparenz. Das ist der Unterschied zu den anonymen Produkten in Supermärkten und bei Discountern. Wir stehen persönlich für die Qualität unserer Waren und geben ihnen und unseren Betrieben ein Gesicht. Ebenso überzeugt sind wir von unseren Zulieferern, die wir alle gut kennen. Das vermitteln wir unseren Kunden, die ein Grundvertrauen entwickelt haben. Der Anteil der Stammkunden ist erfreulich hoch.

 

Welche Fragen stellen Ihre Kunden?

Der Klassiker ist die Frage, ob der Salat gespritzt ist. Wenn wir genau erklären, wie und warum der Salat von unserem Lieferanten vor Schaderregern geschützt wird, akzeptieren das die meisten Kunden. In unserer Produktpalette sind ebenso Bio-Produkte. Im Endeffekt sind Siegel für uns und unsere Kunden aber zweitrangig. Uns geht es vor allem um Transparenz, nachhaltige Produktion, Frische, kurze Wege und faire Preise.    

Ideal sind die regelmäßig stattfindenden Verkostungsevents, bei denen wir mit den Kunden gut ins Gespräch kommen. Hier habe ich die Möglichkeit zu erklären, wie ich die Schweine halte, von denen die Grillwürstchen stammen, und was ich über das Schlagwort Massentierhaltung denke.

 

Welche Zielgruppe erreichen Sie mit Ihrem Konzept?

Grundsätzlich sprechen wir alle diejenigen an, die gute Lebensmittel mögen. Das sind zum Beispiel Frauen, die für ihre Familie nachhaltig erzeugte Waren einkaufen oder Männer, die gerne ein gutes Stück Fleisch essen. Viele Kunden sind typische Wochenmarktbesucher. Diese zwei bis fünf Prozent der Gesamtbevölkerung kaufen sehr bewusst ein.

 

Wie machen Sie auf Hoftalente aufmerksam?

Wir nutzen viele Kanäle. In der Phase vor der Eröffnung haben wir an der Baustelle schon mit einem Plakat geworben. Auf unserer Internet- und Facebookseite erfahren die Interessenten etwas über unsere Idee und Neuigkeiten. Ganz viel läuft über Mund-zu-Mund Propaganda. Den größten Effekt hatten bislang aber Medienberichte. So war am Eröffnungstag ein Bericht auf Seite eins im Regionalteil der Hannoverschen Allgemeinen. Auch der NDR und verschiedene andere Medien haben bereits mehrfach über Hoftalente berichtet.

 

Bericht aus der Hannoverschen Allgemeinen:

http://www.haz.de/Hannover/Aus-der-Stadt/Uebersicht/Zooviertel-Hannover-bekommt-einen-Hofladen

Webseite:

http://www.hoftalente.de/

Facebookseite:

https://www.facebook.com/Hoftalente-559096030929259/?fref=ts