Kommunikation der Branche aktivieren und unterstützen

Für den geschäftsführenden Vorstand des Forum Moderne Landwirtschaft Dr. Christoph Amberger gehört die Moderne Landwirtschaft zurück in die Mitte der Gesellschaft. Wie er das erreichen möchte, verrät er im folgenden Interview.

Nichts ist beständiger als der Wandel – welche Änderungen beobachten Sie in der Kommunikation?

Der grundlegende Wandel besteht darin, dass heute jeder die Möglichkeit hat, seine Meinung mit Hilfe des Internets zu verbreiten. Alles geht viel schneller, Botschaften können eine gewaltige Dynamik entwickeln. Der Versuch, mit zentral organisierter Öffentlichkeitsarbeit und langwierig abgestimmten Positionen zu agieren und Akzente zu setzen, ist zum Scheitern verurteilt. Gerade Medien haben daran immer weniger Interesse.

Was heißt das konkret?

Große und funktionierende Netzwerke bestimmen heute meist die Verbreitung von Botschaften. Individuell, authentisch und vernetzt – das sind heute die Kriterien für eine erfolgreiche Kommunikation. Das Forum Moderne Landwirtschaft möchte mit dem Projekt „Netzwerk Moderne Landwirtschaft“ dieser Herausforderung begegnen und sich den neuen Realitäten anpassen.

Was kann man sich unter dem Netzwerk Moderne Landwirtschaft vorstellen?

„Nur das WIR gewinnt“! Dieser Slogan der deutschen Fernsehlotterie muss der Leitspruch der Agrar- und Ernährungswirtschaft sein. Alle müssen an einem Strang ziehen: Landwirtsfamilien in ganz Deutschland und ihre Verbände, aber auch die vor- und nachgelagerten Bereiche, wie beispielsweise Tierärzte oder Tiertransporteure. Wenn alle konsequent für Moderne Landwirtschaft eintreten, dann bin ich davon überzeugt, dass wir unsere Zukunft erfolgreich gestalten können.

Was ist typisch für den Netzwerk-Ansatz?

Jeder Einzelne ist gefordert! Wir können nicht darauf warten, dass irgendjemand die Richtung vorgibt! Mit der von der Basis in vielen kleinen Initiativen und Netzwerken initiierten Öffentlichkeitsarbeit, dem sogenannten Bottom-up-Ansatz, sind wir authentisch, flexibel und kreativ. Dieser Ansatz ist übrigens nicht nur unsere Meinung, sondern das Resultat mehrerer Strategiegespräche mit der Jungen DLG, der Jungen ISN, dem Projekt Junglandwirte und dem Deutschen LandFrauenverband.

Welche Maßnahmen sind im Netzwerk geplant?

Mit der Aktion „Sprich!“ wollen wir alle in der Landwirtschaft und in den vor- und nachgelagerten Bereichen ermutigen und überzeugen, sich kommunikativ für Moderne Landwirtschaft zu engagieren. Jeder soll sich nach seinen speziellen Neigungen und Fähigkeiten einbringen. Soziale Medien, Besucherführungen oder klassische Pressearbeit – die Betätigungsmöglichkeiten sind riesengroß. Da geben wir auch nichts vor.

Werden Sie bestimmte Themenbereiche besonders fokussieren?

Ein Schwerpunkt wird unser Berufsnachwuchs sein. Wir wollen das Thema Kommunikation in der landwirtschaftlichen Ausbildung verankern. Es ist ebenso wichtig für die Zukunft wie solide Kenntnisse in Betriebswirtschaft, Pflanzenbau und Tierhaltung. Unser FORUM wird dazu Kommunikationsaktivitäten unterstützen und fördern sowie einen Kommunikationspreis für herausragende Leistungen ausschreiben.

Wie unterstützt das FORUM die Netzwerk-Akteure?

Wir wollen unsere Mitstreiter fit für den Dialog machen. In diese Richtung zielt beispielsweise unser neues Projekt 10-100-1000. Auf dem ErlebnisBauernhof der Grünen Woche 2016 sollen an zehn Tagen mit 100 Aktiven mindestens 1.000 Kontakte zu Bürgerinnen und Bürgern geschlossen werden. Die Teilnehmer des Projekts erhalten am ersten Tag ein umfassendes Kommunikationstraining und können so am zweiten Tag ihre Kenntnisse im Dialog mit den Messebesuchern direkt anwenden.

Zudem werden wir mit einem neuen Mentoringsystem Einsteigern die ersten Gehversuche in der Öffentlichkeitsarbeit erleichtern, indem wir ihnen „alte Hasen“, also erfahrene Akteure zur Seite stellen. Diese und andere Maßnahmen werden gebündelt über die Internet-Plattform netzwerk-moderne-landwirtschaft.de angeboten. Ein regelmäßiger Besuch der Seite lohnt sich also!

 

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