Alte Pfade verlassen, um neue Wege zu finden

LandFrauen-Botschafterinnen und das Kult-Heavy-Metal-Festival in Wacken – passt das zusammen? „Ja“, sagt Anke Mehrens. Die Landwirtin aus Gnutz in Schleswig-Holstein tischte den Besuchern Pellkartoffeln mit Quarkcreme und Glücksstädter Matjes auf. Für sie ist klar: „Neue Wege in der Öffentlichkeitsarbeit findet man nur, wenn man querdenkt und etwas Ungewöhnliches ausprobiert.“

Frau Mehrens, Festival-Besucher sind dafür bekannt, dass sie meistens durch großen Durst auffallen. Wie ist es Ihnen da als Botschafterin für heimische Produkte in Form von fester Nahrung ergangen?

Überraschend gut! Von Tag zu Tag kamen immer mehr Besucher an unseren Stand und haben die mitgebrachten regionalen und saisonalen Spezialitäten genossen. Ich habe selten so viele nette und freundliche Menschen getroffen wie in Wacken!

Liebe geht bekanntlich durch den Magen …

Ja, das stimmt. Die Besucher waren aber nicht nur am Essen interessiert, sondern auch an unseren Informationen beispielsweise zum Kartoffelanbau. Das ist bei vielen anderen Anlässen deutlich seltener der Fall. Meine Kolleginnen und ich haben zahlreiche gute Gespräche führen und viel Wissen vermitteln können. Die Einnahmen aus dem Verkauf der Speisen haben wir übrigens der Wacken-Foundation gespendet, die junge Künstler fördert.

Wie sind Sie auf die ungewöhnliche Idee gekommen?

Der Vorschlag stammte ursprünglich von der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein. Ich war zwar darauf gespannt, was mich erwartet, aber Berührungsängste hatte ich keine. Schließlich wohne ich nicht weit entfernt und kannte das Festival schon ein wenig. Deswegen habe ich die Aufgabe gerne übernommen. 

Wie lautet Ihre Erkenntnis aus dem Wacken-Experiment?

Wir müssen manchmal weg von unseren Landfrauen-Klischees. Deswegen habe ich gleich am Aufbautag meine weiße Bluse gegen ein schwarzes T-Shirt mit dem Wacken-Logo getauscht. Bauernmärkte, regionale Messen und die Grüne Woche in Berlin sind wichtige Plattformen, gar keine Frage. Die werden wir auch weiterhin bedienen. Aber neue Wege findet man nur, wenn man querdenkt und etwas Ungewöhnliches ausprobiert.